
Charakterisierung der Tablettendesintegration und Particle Dissolution
Aus einem Rezensionsplakat bei der AAPS 2008 (Atlanta, Georgia, USA)
Der USP-Test zur Tablettendissolution ist in der Pharmaindustrie als Standard-Analysetest anerkannt. Die mit dem USP-Test erfassten Daten sind jedoch häufig nicht ausreichend, um die Grundursache von Inkonsistenzen bei der Dissolution zu ermitteln. Die Dissolution Tests werden immer mehr zu einer Prüfung der Rezepturentwicklung und zur QbD-Grundlage (Quality by Design). Aus diesem Grund sind stärker mechanistisch gelagerte Erkenntnisse erforderlich, um festzustellen, warum Tabletten ihre Wirkstoffe mit unterschiedlicher Kinetik freisetzen.
Eine Reihe von Branchenfallstudien wird vorgestellt, bei denen die in-situ-Partikelüberwachungstechnologie FBRM® von METTLER TOLEDO eine Reihe von Profilen über die Desintegration und Dissolution von Tabletten verfolgt, während die Partikeldistribution in Echtzeit bei voller Konzentration ohne Probenentnahme gemessen wird.
Wenn die Anwender die Mechanismen bei der Desintegration und Dissolution der Partikel erkennen, können sie Inkonsistenzen mit der vorgelagerten Variabilitätsstelle in Verbindung setzen, d. h. mit Veränderungen im Rohmaterial, mit Abweichungen bei der Körnung, mit einer Entmischung beim Transport und bei der Lagerung oder auch mit einem schwankenden Fremdstoffprofil der Wirkstoffe bzw. mit Unregelmäßigkeiten bei der Tablettierung.
Die im Artikel berücksichtigten Fallstudien befassen sich mit Vergleichen der Dissolutionsprofile von BCS-Verbindungen der Klasse I (eingeschränkte Dissolution) und Klasse II (eingeschränkte Löslichkeit) sowie mit separaten Untersuchungen des unmittelbaren Einflusses der Kompressionskraft sowie des Einflusses des Feuchtigkeitsgehalts im granulierten Produkt auf die Disintegrationseigenschaften der fertigen Tabletten.
